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 2016-12-03 -

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Freimann & Fröttmaning 
 - Fröttmaninger Berg -

Die “Entstehungsgeschichte” des Fröttmaninger Berges, weithin sichtbar und mit etwa siebzig Metern höchste Erhebung auf der nördlichen Münchner Schotterebene reicht zurück bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Hier wurde seit dieser Zeit der Müll einer Millionenstadt abgelagert oder, so kann man es auch festhalten: Im Grunde genommen ist der ehemalige Fröttmaninger Müllberg der Umweltskandal der Stadt München im 20. Jahrhundert schlechthin.

An der heutigen Südwestkante des Fröttmaninger Berges wurden nach dem Scheitern insbesondere der Projekte Puchheim und Zengermoos entlang der alten Freisinger Landstraße seit 1954 die Münchner Abfälle in einer sogenannten Müllverwertungsanlage angeliefert und bearbeitet. Früh schon zeichnete sich ab, dass nur ein geringer Teil des Mülls der Verwertung - vor allem nach der Zerstörung der Sortieranlagen - zugeführt werden konnte und der überwiegende Teil der Müllmenge an Ort und Stelle aufgeschüttet werden mußte. In einer ersten Konsequenz waren die Bewohner Fröttmanings geradezu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Gestank, Rauch- und Staubbelästigungen und die Vermüllung der Felder und Äcker waren die primären Gründe.

Die Ablagerungen, neben festen auch flüssige Abfallstoffe, führten dazu, dass der unter einer Kiesschicht an dieser Stelle zwischen drei und fünf Metern Tiefe verlaufende erste Grundwasserstrom  massiv verunreinigt wurde, Folgen für den zweiten Grundwasserstrom in 30 Metern Tiefe nicht gänzlich auszuschließen waren. Der Müllberg entwickelte sich bis in die achtziger Jahre hinein zum Schwerpunkt der Belastung im Münchner Norden. Neben den bereits angesprochenen Folgen bedeuteten insbesondere die geradezu regelmäßigen Großbrände im Bereich des mit dem Berg in die Höhe “wachsenden” Giftsees mehr als besorgniserregende Probleme.

Die seit den frühen 1990er Jahren durch Beendigung der Schüttungen, durch das kontrollierte Ableiten der Deponiegase, durch Abdecken des Fröttmaninger Berges mit Kies und Erdreich und durch eine vielfältige Bepflanzung vorgenommenen “Renaturierungsmaßnahmen” haben ohne Zweifel dazu beigetragen, die Vielzahl an Belastungen zu minimieren bzw. fortan zu vermeiden.

Letzte Änderung dieser Seite: 01. Januar 2016 / © 2008-2016 Alexander Markus Klotz

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